Liebe Leser,

wir sind uns einig, die Erkrankung stellt Betroffene- wie auch das familiäre Umfeld vor einige Herausforderungen, denn eine Betreuung und das Alltagsleben werden mit Fortschreiten der Erkrankung immer aufwendiger. Es erfordert von dem Umfeld Geduld, Verständnis und eine spezielle Art der Kommunikation.

Die betroffene Person hat Ängste, wie sich die Erkrankung bei ihr entwickeln, sprich äußern wird. Und fühlt sich bei den Dingen, die sie nicht mehr bewältigen kann oft hilflos und unverstanden. So ist es nur verständlich, dass die Reaktion hierauf Verzweiflung, Wut und Aggression ist. Auch fühlt sich die Person vielleicht von Dingen, die sie nicht mehr erkennt, bedroht.

In einer solchen Situation hilft es, wenn Sie als Angehörige Ruhe bewahren. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber mit Ihrer Ruhe vermitteln Sie Sicherheit. Versuchen Sie, in solchen Momenten, die betroffene Person abzulenken, indem sie die Aufmerksamkeit auf etwas Schönes lenken. Das kann auch das Verlassen der Situation bedeuten, indem man zum Beispiel gemeinsam spazieren geht.

Ein sehr großes Problem sind häufig, die Sprachprobleme, die sich dadurch ergeben, weil das Kurzzeitgedächtnis verlangsamt ist und es deswegen sehr schwierig ist, den Gesprächen zu folgen. Hinzu kommen hier dann ggf. auch noch Wortfindungsstörungen.

Hier ist es für Sie als Gesprächspartner wichtig, zu vermitteln, dass man sein Gegenüber dennoch ernst nimmt. Versuchen Sie nicht, aus Ungeduld, die Sätze fertig zu sprechen ,sondern zeigen Sie sich einfühlsam und geduldig. Verwenden Sie in Gesprächen am besten kurze Sätze, in denen die wichtige Information enthalten ist. Und vermeiden Sie W-Fragen, wie zum Beispiel: „was möchtest du anziehen?“ sondern eher : „Möchtest du das blaue Hemd oder das weiße?“

Da das Kurzzeitgedächtnis und die zeitliche Orientierung sich weiter verschlechtern, werden oft auch Gedächtnislücken „gefüllt“, dies führt dazu, dass Dinge verwechselt werden oder auch teilweise nicht stimmen. Vermeiden Sie Verbesserungen oder Zurechtweisung, da dies zu Verunsicherung oder auch zu Ärger führen kann.

Etablieren Sie in den Alltag Routinen. Ein strukturierter Tagesablauf mit angepassten Aktivitäten, die den Fähigkeiten und der Person entsprechen, sind hier sehr hilfreich.

Achten Sie auf Gefahrenquellen in dem Wohnumfeld und dass die Person in kritischen Situationen nicht unbeaufsichtigt bleibt. Schaffen Sie im Wohnraum eine ruhige positive Atmosphäre.

Ferner ist es wichtig, dass die betroffene Person auch gefördert wird. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie eine Unterstützung aussehen kann. Und auch wenn es zu Hause langsamer geht: Lassen Sie die erkrankte Person so viel wie möglich selbst machen. Egal, ob dies beim Essen ist, wenn zum Beispiel die Feinmotorik nachlässt oder bei der Körperpflege. 

Das Essen kann beispielsweise portioniert vorbereitet werden, so dass ein eigenständiges Essen leichter fällt oder man nimmt statt Gabel einen Löffel.

Wenn Sie hier Hilfe oder Lösungen suchen, wenden Sie sich gerne an mich.

Auch ein Gespräch über die Ängste mit der betroffenen Person kann sehr entlastend sein, dies biete ich Ihnen fachkompetent an.

Und : Denken Sie auch an sich! Nehmen Sie sich als betreuende Person Zeit für Pausen, um sich zu erholen. Und nutzen Sie die Unterstützungsangebote

Mit den richtigen Strategien und einer empathischen Einstellung ist der herausfordernde Umgang mit Demenzkranken ein Stück weit einfacher zu bewältigen.