Mal ganz ehrlich: wer stellt sich schon gerne einer Prüfung? Egal, ob es sich hierbei um die Überprüfung von Wissen in Form einer schriftlichen Arbeit oder einer mündlichen Prüfung handelt. Ebenso verspüren viele eine Nervosität oder Lampenfieber, wenn sie einen öffentlichen Auftritt haben.

Je näher ein solcher Termin kommt, umso mehr macht sich Unbehagen breit. Habe ich mich genug vorbereitet? Was, wenn ich ein Blackout habe und keine Antwort geben kann? Was, wenn ich versage?

Nun ja, ein wenig Lampenfieber und Anspannung schadet in einer solchen Situation nicht, eher im Gegenteil. Denn dann ist man auf die bevorstehende Situation fokussiert und hellwach. Dies kann im Normalfall sogar die Leistung steigern.

Nur, was ist, wenn diese Anspannung in Panik umschlägt? Wenn man an diesem Tag das Gefühl hat, man würde jeden Moment umfallen? Wenn der Magen rebelliert und einem die Worte, die man sich tausendmal zurechtgelegt hat, nicht einfallen wollen und im wahrsten Sinne des Wortes alles dunkel bleibt?

Dann kann es sich hierbei um Prüfungsangst handeln und wenn man dem nicht entgegensteuert, kann dies zu einem ernsthaften Problem werden.

Prüfungsangst ist eine spezielle Form der Angst, unser Organismus reagiert auf bedrohlich wirkende Situationen, in welcher wir auch körperliche Reaktionen zeigen wie Übelkeit, Magenschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen, etc.

Ursachen für das Empfinden dieser Angst können zum Beispiel ein geringer Selbstwert (ich bin nicht gut genug), negative Erzählungen von anderen (wie schwer beispielweise die Prüfung ist) oder auch eine negative Vorerfahrung – sprich, wo man schon mal nicht so gut abgeschnitten hat, sein.

Das Thema ist, dass diese Angst leider oft eine Art Eigendynamik entwickelt und man sich deswegen nicht mehr so gedanklich frei auf die nächste Prüfung vorbereiten kann, das Lernen eingeschränkt ist, weil einen der Gedanke zu versagen regelrecht hemmt.

Hieraus entwickelt sich ein Teufelskreis, weil man sich nun schon gar nicht mehr solchen Situationen gewachsen sieht und damit die Angst weiter ansteigt. Und das nächste Problem: man stellt sich immer weniger diesen Situationen und versucht, sich diesen zu entziehen.

Wen kann Prüfungsangst treffen?

Leider kann Prüfungsangst jeden treffen und vielen ist es peinlich, daher dauert es häufig lange, bis die betroffenen Personen Hilfe suchen. Ein wichtiger Punkt ist hier: Sich so früh wie möglich Hilfe suchen, damit man dieser Angst nicht so großen Raum gibt, sich auszubreiten und zu festigen.

Vermehrt trifft es die Menschen, die sehr hohe Ansprüche an sich selbst und ihre Leistungen haben, sich selbst oft kritisieren. Aber auch Menschen, die sehr empfindsam sind und sehr auf sich achten können betroffen sein.

In meiner Praxis treffe ich immer wieder auf Menschen, die sich in einer solchen Situation befinden.

In dem nächsten Teil des Blogs werde ich erläutern, welche Dinge man selbst tun kann, um der Situation besser gewachsen zu sein und wenn dich das Thema interessiert, dann gib mir gerne auch per persönlicher Nachricht ein Feedback.