Wie schafft man es, seine – oder die eines Angehörigen- Lebensfreude bis in hohe Alter zu erhalten?
Die erste Zeit unseres Lebens beschäftigen wir uns kaum mit dem Alterungsprozess. Erst ab der Mitte unseres Lebens halten diese Gedanken nach und nach Einzug.
Manche von uns stehen diesen Gedanken mit einer hohen Akzeptanz entgegen, andere betrachten den Prozess mit Unwohlsein, teilweise sogar mit Angst. Auf die Thematik Angst werde ich in einem extra Teil meines Online-Blogs eingehen.
Je mehr unsere Jahre voranschreiten, umso mehr können wir uns aufgrund von körperlichen – aber auch seelischen Prozessen- den Veränderungen nicht entziehen.
Wichtig ist, wie wir mental mit diesen Erfahrungen umgehen und es schaffen, sie in unser Leben zu integrieren. Und – sich nach Möglichkeit- frühzeitig klar darüber zu werden, wie man im Alter in welcher Situation leben möchte.
Geht es einem erst mal so, dass man selbst nicht mehr in der Lage ist zu entscheiden und hat man mit seinen Angehörigen nicht offen über diese Thematik gesprochen, kann es passieren, dass Entscheidungen von anderen getroffen werden und diese nicht unserem eigenen Wunsch entsprechen. Dies führt häufig zu Reibungen und Unzufriedenheit innerhalb der Familie, was sich oft vermeiden lässt.
Wichtig ist hier auch, sich ggf. von alten, traditionellen Lebensbildern zu verabschieden. Bewertungen und Vorstellungen – von wegen „das macht man so“- helfen in der individuellen Situation nicht weiter.
Klarheit und Akzeptanz dann schon eher. Es gilt, den Focus auf das zu lenken, was man selbst und die Angehörigen können und auch wollen. Sich darüber bewusst zu werden, dass eine realistische Einschätzung für die Zukunft zu treffen ist und man die eigenen Ansprüche an sich und die Angehörigen anpasst.
Welche Dinge beherrsche ich noch selbst und bei welchen gilt es, sich um Lösungen zu bemühen und ja- auch um Hilfe zu bitten und diese auch anzunehmen?
Welche Hilfe kann mein Umfeld leisten und ist den Menschen, die ich liebe auch zuzumuten, ohne dass diese ihre eigenen Wünsche und ihre Balance mir zuliebe aufgeben müssten?
Hier sind offene Gespräche sehr zielführend, können von Pflichtgefühlen und Erwartungen befreien und einen anderen Fokus auf die Beziehung zueinander zu lassen. Denn- was wir uns am meisten in dem restlichen Teil unseres Lebens doch wünschen ist: Harmonie, Liebe und Gemeinschaft, oder?
Eine Patientenverfügung kann ebenfalls in belastenden Situationen sehr hilfreich sein. Auch gilt es, vorzusorgen und diese nicht erst zu formulieren, wenn schon massive Einschränkungen gegeben sind, sondern am besten ehe diese Dinge eintreten. Wichtig ist dabei, dass man den Angehörigen mitteilt, dass es eine solche Verfügung gibt und wo sie aufzufinden ist.
Grundsätzlich ist ein gesunder Optimismus an den Tag zu legen, denn ohne diesen und einer Schippe Humor, lässt sich der Alltag nicht so gut in Gemeinschaft leben. Welche Dinge funktionieren in meinem Leben gut und worum brauche ich mich nicht zu kümmern?
Und welche Dinge benötigen meine Aufmerksamkeit, da ich hier eine Einschränkung habe? Wie kann ich lösungsorientiert an diese Dinge herangehen?
Wenn Sie sich über diese Thematik in einem Gespräch Klarheit verschaffen möchten oder nach einem Ansatz suchen, um mit einem betroffenen Angehörigen zu sprechen, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.
In dem nächsten Teil meines Blogs, werde ich diese Thematik weiter beleuchten.
Gerne nehme ich auch Fragestellungen per Mail entgegen.
Herzlich
Renate Münz