Wege zur Darmgesundheit – Verstehen, wie unser Darm funktioniert

Unser Darm ist das Organ, welches – würde man ihn auf einer Fläche ausbreiten- am Größten ist, gefolgt von der Haut und dem inneren der Lungen.

Warum ist das für uns interessant?

Weil der Darm somit am häufigsten mit Fremdstoffen, die der menschliche Körper aufnimmt, konfrontiert wird und diese verarbeiten muss.

Hinzu kommt- das hatte im vorangehenden Teil bereits erwähnt- dass der Darm maßgeblich an unserer Immunität gegenüber äußeren Einflüssen und Erkrankungen beteiligt ist,mehr als 70 Prozent unserer Immunzellen befinden sich im Darm.

Leider ernähren wir uns oft viel zu ungesund und schwächen damit unser Mikrobiom, unsere gesamte Immunabwehr und unseren Körper. Aber nicht nur der Körper wird geschwächt, auch mental werden wir durch eine einseitige Ernährung unsere Resilienz schwächen.

In der heutigen Zeit lesen wir von Diäten und gesunden Lebensweisen an jeder Ecke, die Nahrungsergänzungsmittel werden gehypt und modern ist es jetzt, mit dem ein oder anderen Medikament abzunehmen. Oft sind diese Medikamente ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt worden, haben aber den Nebeneffekt der Gewichtsabnahme. Was dabei häufig übersehen wird, ist die Tatsache, dass man mit diesem Medikament massiv in seinen Stoffwechsel eingreift und diesen mittels Hormonen oder Neurotransmittern verändert. Wird das Medikament abgesetzt, nimmt man in der Regel wieder zu.

Zugegeben, es ist verlockend, ein Mittel einzunehmen und man selbst muss weniger tun, um sein Gewicht in Balance zu bringen. Aber ist dies der richtige Weg? Und langfristig der gesündere?

Ich sage ganz klar nein.

Jen länger wir uns ungünstig ernähren, umso mehr schwächen wir unser Mikrobiom und somit uns selbst.

Solche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel können- mit Bedacht eingesetzt- uns auf dem Weg in eine gesündere Lebensweise unterstützen- sie ersetzen diese aber nicht.

Wenn ich beispielsweise hochgradig übergewichtig bin und ich damit Unterstützung habe, schneller abzunehmen, was wiederum meinen Gelenken oder auch meinem Fettstoffwechsel gut tut, ist das adäquat. Es hilft aber nicht- wenn ich dabei weiter ungesunde Nahrung zu mir nehme- meine Darmflora zu verändern. Die schützende Darmschleimschicht- der Schutz gegen Fremdstoffe- wird weiterhin abgebaut. 

Das Entzündungsniveau steigt und wir sind langfristig nur noch schwerlich in der Lage, gesunde Nahrung ordentlich zu verdauen. Der Darm passt seine Bakterien an die Nahrung an, die ihm zugeführt wird, sprich, wenn wir uns sehr einseitig ernähren, besteht unser Mikrobiom aus weniger Bakterienstämmen und ist somit anfälliger, weil es nicht so breit aufgestellt ist.

Chronische Entzündungen im Darm setzen Lipopolysaccharide frei, die die stillen Entzündungen fördern. Weitere Folge:

Die Gefäßwände werden geschädigt und deren Elastizität nimmt ab.Dies beeinträchtigt langfristig Funktionen und beeinflusst Folgeerkrankungen wie Herzkreislaufproblematiken und neurologische Prozesse. 

Man kann selbst sehr viel für seine Darmgesundheit und somit sein gesamtes Wohlbefinden tun.

Im nächsten Teil werde ich näher darauf eingehen!

Herzlichst 

Renate Münz