Wir haben in unserem Leben wahrscheinlich alle schon einmal die Erfahrung gemacht, dass sich jemand in unserem sozialen Umfeld lustig über uns gemacht oder uns vor „versammelter Mannschaft“ bloßgestellt hat. Wer kennt es nicht? Man ärgert sich über scharfe, unserer nach Meinung ungerechtfertigte, Kritik oder dass einem etwas Peinliches passiert, worüber andere dann lachen.
Diese Erfahrung ist sehr verletzend und macht etwas mit unserem Selbstwertgefühl. Als Folge davon ändern wir unser Verhalten, werden unsicher und überlegen nun im Vorfeld, bei ähnlich gelagerten Situationen, was wir sagen, wie wir uns Verhalten, etc. , um dieses unangenehme Erlebnis nicht nochmal zu erfahren.
Das ist allerdings kein Mobbing. Mobbing geht weit darüber hinaus.
Laut einer Umfrage von „Aktion Mensch e.V.“ wird in Deutschland fast jeder zweite Jugendliche gemobbt und die wenigsten Betroffenen sprechen darüber. Auch viele Erwachsene haben in ihrem Arbeitsleben oder in ihrer Freizeit unter Mobbingsituationen zu leiden.
Leider wird von vielen Menschen Mobbing immer noch nicht ernst genommen oder solche Situationen als Mobbing gar nicht wahrgenommen. Die Person, die einen anderen mobbt oder auch die Eltern des Kindes, welches ein anderes mobbt, geben beispielsweise an, dies gehöre zu einer „normalen“ Entwicklung unter Jugendlichen dazu, dass sich dort auseinandergesetzt wird. Im beruflichen Umfeld wird es als „Konkurrenzverhalten“ dargestellt.
Bestimmt waren wir alle jeweils mal auf der einen als auch auf der anderen Seite in bestimmten Situationen, aber das unterscheidet sich von Mobbing. Mobbing sind eine Aneinanderreihung an negativen Handlungen und Verhalten, die über einen längeren Zeitraum gegen eine bestimmte Person gerichtet ist.
Und: Mobbing macht die Betroffenen krank. Wer ständig Druck, Ablehnung und teilweise auch körperliche Gewalt erlebt, bekommt Angst. Es folgen Gedankenkarussel, Rückzug, Schlafstörungen bis hin zur Depression oder im schlimmsten Fall sogar Suizid.
Mobbing kann dir überall passieren. Ob In der Schule, auf der Arbeit, in der Freizeit oder in einem Verein. Warum gerade diese eine Person gemobbt wird und keine andere, hängt von vielen Faktoren ab.
Ein Faktor ist, es trifft viel häufiger Frauen als Männer. Der zweite ist, dass es Menschen trifft, die von allen gemocht werden wollen. Menschen, die konfliktscheu sind und sich um „ des lieben Friedens Willen“, anderen unterordnen auch wenn sie anderer Meinung sind. Häufig trifft es diejenigen, die angepasst ihrer Arbeit nachgehen und sich sehr intensiv wünschen, Mitglied des Teams zu sein. Kommt dann noch der innere Antreiber von Perfektionismus und Pflichtbewusstsein hinzu, wird man zum perfekten Opfer.
Durch diese inneren Antreiber ist man leichter manipulierbar, lässt Grenzüberschreitungen von Kollegen oder Chef zu und bietet –wenn auch unbewusst- die richtige Angriffsfläche.
Bei Kindern und Jugendlichen ist es etwas anders gelagert, wobei auch hier eher Mädchen als Jungs betroffen sind und es auch eher die ruhigen, angepassten und braven Kinder von den anderen „ausgesucht“ werden. Oft entwickelt sich aus einer Situation heraus ein bestimmtes Verhalten, welches auch häufig eine Gruppendynamik nach sich zieht.
Kommen dir diese Dinge bekannt vor oder kennst du jemandem, dem es so geht?
Brauchst du oder jemand anderer in dieser Thematik Hilfe? Wende dich gerne an mich.
Im nächsten Monat werde ich ein paar Tipps gegen Mobbing hier einstellen.
Herzlichst
Renate Münz